Das Museum
Schloss Lichtenburg Prettin
Erste Überlegungen zur musealen Nutzung von Schloss Lichtenburg begannen Ende der 1950er Jahre. 1965 wurde im sogenannten „Bunker“ eine Gedenkstätte mit einer ständigen Ausstellung über die KZ-Geschichte des Schlosses eröffnet. Acht Jahre später beschloss der Rat des Kreises Jessen die Einrichtung eines Kreismuseums. Nach umfangreichen konzeptionellen und baulichen Vorarbeiten konnte bereits kurze Zeit später die Dauerausstellung in den Schlossräumen eröffnet werden.
In den folgenden Jahren wurde das Museum kontinuierlich erweitert. 1979 kam ein Ausstellungsbereich zur Ur- und Frühgeschichte hinzu. Einen besonderen Schwerpunkt bildete die 1983 im Rahmen der zentralen Lutherehrung der DDR eingerichtete Ausstellung zum Feudalismus und Mittelalter. Bereits ein Jahr darauf folgte eine Präsentation zur Stadtgeschichte von Prettin. Weitere thematische Ergänzungen waren die Ausstellung zur Kreisgeschichte und landwirtschaftlichen Produktion (1988), der Bereich zum Weinbau (1989) sowie das Brot- und Küchengewölbe (1992). Mit diesen Erweiterungen erreichte die Ausstellungs- und Nutzungsfläche des Museums ihre maximale Größe von etwa 1.800 m². Ergänzt wurde das museale Angebot durch den Konzertsaal und Räume für wechselnde Kunstausstellungen, die das kulturelle Profil des Hauses zusätzlich stärkten.

© Tino Simon | FV Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V.

© Joachim Körber
Umbau und Sanierung der Erdgeschossräume in Vorbereitung der Ausstellung Feudalismus und Mittelalter 1983

© Tino Simon | FV Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V.
Ehemalige Ausstellung zur landwirtschaftlichen Produktion kurz vor der Schließung des Museums

© Tino Simon | FV Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V.
Ehemalige Ausstellung zum Weinbau in den Erdgeschossräumen

© Tino Simon | FV Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V.
Nach der politischen Wende ging Schloss Lichtenburg im Zuge der staatlichen Umstrukturierungen in den Besitz des Bundes über. 2004 zog sich der Landkreis Wittenberg aus der Trägerschaft des Museums zurück, sodass der Betrieb fortan nur noch durch Vereine und Initiativen aufrechterhalten werden konnte. Eine kontinuierliche Museumsarbeit und die Weiterentwicklung der Ausstellungen waren damit nicht mehr gesichert. Seit 2011 befindet sich die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin in Trägerschaft der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt und verfügt über einen eigenständigen Ausstellungsbereich. Ende 2022 wurde das Museum im Schloss Lichtenburg im Zuge einer geplanten Brandschutzsanierung vorübergehend geschlossen. Die Neukonzeption der Dauerausstellung ist ab 2027 vorgesehen.
Der Sammlungsbestand des Museums umfasst neben zahlreichen Zeugnissen der regionalen Geschichte, der Landwirtschaft und des Weinbaus auch eine Vielzahl von Kunstwerken aus der Zeit der kurfürstlichen Nutzung der Schlossanlage. Künftig sollen zudem die zahlreichen Baubefunde des Hauses stärker in den Fokus rücken und die wechselvolle Geschichte des Schlosses auf anschauliche Weise vermitteln.

Digitales Museum
Virtuelle Sammlung
Die Sammlung des Schlossmuseums wird über das Portal „museum-digital“ Sachsen-Anhalt präsentiert. Der Bestand umfasst mehrere tausend Positionen und wird zukünftig kontinuierlich erweitert. Für Ergänzungen und Hinweise stehen wir Ihnen jederzeit gerne Verfügung.

