Die Zeit nach 1945

© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Inneres der Schlosskirche mit Getreidelagerung, Aufnahme 1976

© Landesamt für Denkmalpflege Sachsen
Raum im Erdgeschoss des Schlosses während der Nutzung durch die LPG, Aufnahme vor 1963
Mit dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg wurde Schloss Lichtenburg 1945 von der Roten Armee besetzt und anschließend geräumt. Danach ging die Anlage in die Verwaltung des Volkseigenen Erfassungs- und Aufkaufbetriebs (VEAB) über. In einem Bericht aus dem Jahr 1953 wird die Nutzung wie folgt beschrieben und zugleich kritisiert: „Nahezu die gesamte Lichtenburg dient jetzt vorwiegend als Getreidespeicher in allen Stockwerken; in der gut erhaltenen Unterkellerung der gesamten Kirche befindet sich ein Kohllager.“
1956 wurde im Ostflügel eine Schrotmühlenanlage eingebaut. Auch in der ehemaligen Schlosskirche lagerten über viele Jahre hinweg Getreide und Hackschnitzel. Die noch vorhandene, kunsthistorisch wertvolle Ausstattung wurde zuvor nur teilweise ausgelagert.
1958 übernahm die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Geschwister Scholl“ offiziell die Rechtsträgerschaft über die Schlossanlage. Erste umfassende Reparatur- und Sanierungsarbeiten wurden durch die Baubrigade der LPG durchgeführt. Die Kosten für eine vollständige Instandsetzung des Schlosses wurden bereits damals auf 4 bis 5 Millionen DM geschätzt. Trotz zahlreicher Bemühungen der staatlichen Denkmalpflege konnte die landwirtschaftliche Nutzung nur teilweise eingeschränkt werden. Erst mit der schrittweisen Umwandlung der Anlage in ein Museum setzte ein allmählicher Wandel ein, sodass 1978 auch die Rechtsträgerschaft an die Abteilung Kultur des Rats des Kreises Jessen übertragen wurde.

In Teilen des Wirtschafts- und Hauptflügels befand sich bis 1990 ein Wohnheim, das bis zu 150 Lehrlinge der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) „Geschwister Scholl“ beherbergen konnte. Im selben Jahr endete auch die verbleibende Nutzung durch die diese. Deren Büros wurden geräumt, Altlasten beseitigt und unter anderem die Tankstelle auf dem Schlossgelände und die Garagen vor der Schlosskirche abgerissen.
Ehemalige Sanitärräume des Lehrlingswohnheims
(© Tino Simon | FV Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg e.V.)

