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Die Konzentrationslager im Schloss Lichtenburg

© Privatsammlung Bernd Steinland

Luftbild des Schlosskomplexes Lichtenburg, Aufnahme 1937

© Sebastian Lehner / Kreatives

Blick in den ehemaligen „Bunker“, den Ort physischen und psychischen Terrors im KZ Lichtenburg

Ein frühes Konzentrationslager für männliche Gefangene

Nachdem das Renaissanceschloss Lichtenburg bereits von 1812 bis 1928 als Strafanstalt gedient hatte und damit die baulichen Voraussetzungen für die Unterbringung von Inhaftierten geschaffen worden waren, ordnete der Merseburger Regierungspräsident im Frühjahr 1933 die Verlegung von Gefangenen dorthin an. Am 12. Juni 1933 trafen die ersten „Schutzhäftlinge“ in der Lichtenburg ein.

Im Oktober 1933 als staatliches Konzentrationslager in Preußen bestätigt, überdauerte es die Frühphase des NS-Staates und nahm fortan eine bedeutende Position im System der Konzentrationslager ein. Mit der ab Sommer 1936 beginnenden Errichtung von Barackenlagern wurde das Männer-KZ schließlich aufgelöst: Die letzten verbliebenen Inhaftierten wurden im August 1937 in das KZ Buchenwald verlegt.

Das erste zentrale Frauen-Konzentrationslager

Noch vor ihrem Abtransport mussten die letzten männlichen Gefangenen damit beginnen, eine Neubelegung des Schlosses vorzubereiten. Im Herbst 1937 intensivierte die Inspektion der Konzentrationslager (IKL), eine Verwaltungszentrale der SS, ihre Bemühungen zur Einrichtung eines zentralen Frauen-KZ in Prettin. Zwischen Dezember 1937 und März 1938 wurden die weiblichen Gefangenen der Schutzhaftabteilung des Provinzialwerkhauses Moringen in das Schloss Lichtenburg verlegt, das damit zum ersten zentralen Frauenkonzentrationslager für das gesamte Reichsgebiet unter der Leitung der IKL werden sollte.

Außenlager des KZ Sachsenhausen

Im Mai 1939 erfolgte die Auflösung des Frauen-KZ mit der Verlegung der Gefangenen sowie Teilen des Lagerpersonals in das KZ Ravensbrück.
In der Folgezeit diente die Lichtenburg zunächst als SS-Kaserne, später als SS-Versorgungslager und SS-Hauptzeugamt. Von September 1941 bis zum Kriegsende war im Schloss ein KZ-Außenlager des Konzentrationslagers Sachsenhausen untergebracht. Damit verfügt der Prettiner Schlosskomplex über eine KZ-Geschichte, die nahezu die gesamte Zeitspanne nationalsozialistischer Herrschaft umfasst.

Mehr als 10.000 Menschen waren in der Zeit von 1933 bis 1945 im KZ Lichtenburg inhaftiert.

Für eine Vielzahl von SS-Männern und Aufseherinnen war die Lichtenburg ein Ort der Ausbildung und der Bewährung. Zahlreiche Karrierewege späterer Lagerkommandanten begannen bereits im Konzentrationslager Lichtenburg, das damit zu einem Ort wird, an dem systematischer Terror seinen Anfang nahm.

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Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin
Di – Do: 09:00 – 15:30 Uhr

Fr: 09:00 – 13:00 Uhr


Jeden letzten Sonntag im Monat:
13:00 bis 17:00 Uhr

sowie nach Vereinbarung

Museum Schloss Lichtenburg
Zur Zeit ist eine Besichtigung des Schlosses aufgrund von Bauarbeiten leider nur im Außenbereich möglich.


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